19.10.2002

Herbstwanderung 2002 ins Sihltal

Wenn der Miki (Peter Orbann) eine Herbstwanderung organisiert, weiss die treue Teilnehmerschaft, dass es immer etwas Spezielles ist. Dieses Jahr war der Treffpunkt nicht irgendwo im Kanton Schaffhausen, sondern in Rafz, im Kanton Zürich.

Am 19. Oktober trafen sich 24 Wandervögel am Bahnhof in Rafz. Der Treffpunkt wurde so gewählt, um von den Vorteilen des Zürcher Tagespasses profitieren zu können. Weil die Wanderung immer an einem Samstag stattfindet, wollte man ergründen wo denn dieser Tag (Samstagern) zuhause ist.
Mit dem Zug ging es von Rafz via Zürich nach Wädenswil, von dort mit dem Postauto nach Schönenberg (Region Samstagern). Nun war Wandern angesagt. Jedoch, schon nach wenigen Schritten durften wir uns bei einem Kaffee- und Gipfelihalt von der langen Anreise stärken.

Anschliessend machten wir uns auf den Weg. Oberhalb Schönenberg erhielten wir von unserem Reiseleiter die ersten Erklärungen und einen Übersichtsplan von diesem Gebiet. Die vielen langgezogenen Moränen des Linthgletschers faszinierten uns sehr. Ganz speziell beeindruckten uns die Hügelspitzen (Drumline), welche meistens von einer Linde gekrönt sind. Es handelt sich um Erinnerungsbäume, welche jeweils zur Geburt des ersten Sohnes auf dem höchsten Punkt des Anwesens gepflanzt wurden.

Etwas abgekühlt vom kalten Wind in Schönenberg, marschierten wir hi­nunter zum Teufenbacher Weiher und entlang der Sihl, welche sich etwa 50 Meter tief eingegraben hat. In der romantischen eigentümlichen und wil­den Landschaft, welche kaum jemand von unserer Gruppe vorher gekannt hatte, konnte man nur mit Mühe begreifen, dass man hier nur wenige Kilometer von der grössten Schweizer Stadt entfernt war. Nach einer guten Stunde Marsch erreichten wir das abgelegene unter Fischkennern bekannte Restaurant Sihlmatt. Hier erwarteten uns fein zubereitete blaue oder gebratene Forellen aus dem eigenen Teich. Nach Weisswein und Zuger Kirsch­torte musste uns der Wanderleiter ­ermahnen, dass wir hier auf einer Wandertour und nicht auf einer Schlemmertour seien. So raffte sich die muntere Gesellschaft wieder auf und wanderte der Sihl entlang weiter. In gebückter Haltung passierten wir dann den Fussgängertunnel (Höhe 1.65m), wanderten entlang an riesigen Steinen und Felswänden, welche uns an die letztjährige Tour von Arth Goldau erinnerten.

Dann verliessen wir das Tal und stiegen steil auf nach Sprüermüli. Beim Aufstieg wurden wir von einem ergiebigen Platzregen überrascht, wel­cher uns zwang, den Regenschutz auszupacken. Dafür kamen wir in den ­Genuss, einen riesigen, prächtig leuch­tenden Regenbogen zu bestaunen. Das war Natur pur!

Nach einer Stunde Wanderung erreichten wir das nächste Ziel, das ­Restaurant Morgental in Hirzel. Während sich die einen schon im Res­taurant niederliessen, erklommen die Unternehmenslustigen den fakultativen Aufstieg, vorbei am Geburtshaus von Johanna Spyri zum Baletacher. Dort erwartete uns eine herrliche Rundsicht über den Zürichsee, von Rapperswil, den Pfannenstil bis Zürich. Schade, dass die Sicht Richtung Innerschweiz und Vierwaldstättersee durch Wolken und dunstiges Wetter beeinträchtigt war. Nach einer Stunde Marsch waren wir zurück im Restaurant, zum Zvieri.

Mit Bus und Zug kamen wir um 19.40 Uhr wieder in Rafz an. Die inte­ressante Routenwahl, die perfekte Organisation und die Informationen unterwegs waren hervorragend.
Herzlichen Dank Miki für diesen wunderschönen, erlebnisreichen Tag.